Das Aquarium richtig einfahren
Bevor die ersten Fische einziehen, muss sich im Aquarium ein stabiles biologisches Gleichgewicht entwickeln. Dabei siedeln sich im Filter und auf den Oberflächen nützliche Bakterien an, die schädliche Stickstoffverbindungen abbauen.
Dieser Prozess wird als Einfahren des Aquariums bezeichnet. Erst wenn Ammonium beziehungsweise Ammoniak und Nitrit zuverlässig abgebaut werden, bietet das Becken stabile Bedingungen für seine zukünftigen Bewohner.
Wie lange das Einfahren dauert, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl der vergangenen Tage, sondern die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte.
So funktioniert der Stickstoffkreislauf
1. Organische Stoffe werden abgebaut
Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile und später auch die Ausscheidungen der Tiere werden von Mikroorganismen zersetzt. Dabei entstehen Ammonium und, abhängig von pH-Wert und Temperatur, giftiges Ammoniak.
2. Ammonium und Ammoniak werden zu Nitrit
Spezialisierte Bakterien wandeln Ammonium beziehungsweise Ammoniak in Nitrit um. Auch Nitrit ist bereits in geringen Konzentrationen schädlich für Fische und andere Aquarienbewohner.
3. Nitrit wird zu Nitrat
Eine weitere Bakteriengruppe wandelt Nitrit in Nitrat um. Nitrat ist deutlich weniger giftig, kann sich jedoch mit der Zeit im Wasser anreichern.
4. Nitrat wird aufgenommen oder entfernt
Wasserpflanzen nutzen einen Teil des Nitrats als Nährstoff. Überschüssiges Nitrat wird vor allem durch regelmäßige Teilwasserwechsel entfernt. So bleibt die Wasserqualität langfristig im Gleichgewicht.
Welche Methode eignet sich zum Einfahren?
Fischloses Einfahren
Beim fischlosen Einfahren wird der Stickstoffkreislauf aufgebaut, bevor Tiere in das Aquarium einziehen. Eine kontrollierte Stickstoffquelle versorgt die Bakterien mit den notwendigen Nährstoffen.
Diese Methode vermeidet, dass Fische während der Einfahrphase erhöhten Ammoniak- oder Nitritwerten ausgesetzt werden, und ist daher die empfohlene Variante.
Pflanzenbasiertes Einfahren
Ein dicht bepflanztes Aquarium kann ebenfalls dabei helfen, das biologische Gleichgewicht aufzubauen. Schnell wachsende Pflanzen nehmen Nährstoffe auf und bieten Mikroorganismen zusätzliche Besiedlungsflächen.
Auch bei dieser Methode sollten Ammonium beziehungsweise Ammoniak, Nitrit und Nitrat regelmäßig kontrolliert werden. Pflanzen allein ersetzen die Einfahrphase nicht.
Einfahren mit Fischen
Das Einfahren mit Fischen birgt ein höheres Risiko, da während der Aufbauphase schädliche Wasserwerte auftreten können. Diese Methode sollte möglichst vermieden werden.
Sind bereits Tiere im Aquarium, müssen die Wasserwerte sehr engmaschig kontrolliert und bei erhöhten Werten sofort geeignete Maßnahmen wie Teilwasserwechsel ergriffen werden.
Wann können die ersten Fische einziehen?
Der Stickstoffkreislauf gilt als stabil, wenn Ammonium beziehungsweise Ammoniak und Nitrit trotz einer vorhandenen Stickstoffquelle dauerhaft nicht mehr nachweisbar sind.
Setzen Sie die ersten Tiere anschließend schrittweise ein. Dadurch kann sich die Bakterienpopulation an die zunehmende Belastung anpassen, ohne dass das biologische Gleichgewicht überfordert wird.